Kanzlerin Angela Merkel – Mode macht Politik

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Worin drückt sich guter Stil aus?

Der Stil eines Menschen verrät, was ein Mensch ist oder sein möchte, zu welcher Gesellschaftsschicht er gehört oder welche er anstrebt. Stil ist aber auch durch den alltäglichen Rahmen geprägt und unterliegt den Schwankungen der Mode.

Der Begriff „guter Stil“ sagt aus, dass alle Details eines Outfits stimmig sind und zur Trägerin passen. Guter Stil drückt sich in der harmonischen Verbindung aus, die alle Garderobenteile, abgestimmt auf die Persönlichkeit, miteinander eingehen.

„Guter Stil ist der Mode überlegen. ... Niemand mit Stilbewusstsein würde seine Art, sich zu kleiden, nur um der Mode willen radikal verändern.“ (Giorgio Armani)

Worauf müssen Frauen in Führungspositionen bei der Wahl ihres Looks besonders achten?

Viele Frauen haben inzwischen ein gutes Verständnis dafür entwickelt, dass es nichts nützt, sich durch reine Imitation männlicher Garderobenstils im Berufsleben behaupten zu wollen. Dies hat einigen der Wegbereiterinnen der Achtziger lediglich die hämische Bezeichnung „Mannweiber“ eingebracht.

Um die Investition in eine Geschäftsgarderobe zu optimieren, sollte jede Frau auf einen Grundstock klassisch-femininer und flexibel einsetzbarer Basics zurückgreifen können und diese mit modischen Kombiteilen und Accessoires individuell aufpeppen. Klassiker wie Hosenanzug, Kostüm oder Kombination stehen für Professionalität, Sachlichkeit und Kompetenz der Trägerin, während modische Kombiteile und Accessoires die Individualität und Offenheit für Neues widerspiegeln.

DOs:

  • exzellente Passform, besonders im Bereich der persönlichen Problemzonen
  • die professionelle Rocklänge ist knieumspielend
  • die Hosenlänge bedeckt mindestens das Fußgelenk
  • dezente, natürliche Farbabstimmung
  • unifarbene, feine Strumpfwaren
  • zehenbedeckendes, einfarbiges Schuhwerk
  • etc.

Was sind typische Modefallen, bzw. was sollten diese Frauen auf jeden Fall vermeiden?

Ebenso wie maskuline textile Signale, kann der gezielte Einsatz typisch weiblicher Reize den falschen Eindruck wecken. Auch wenn Frauen in modisch eng anliegender Kleidung, in sommerlich knappen Oberteilen, hochhackigen Stilettos und knalligen Farben zu bestimmten freizeitlichen oder gesellschaftlichen Anlässen anziehend wirken, so besteht doch die Gefahr, dass eben diese Signale im Geschäftsleben eher den Eindruck eines „Weibchens,“ als den einer selbstbewussten, kompetenten Frau vermitteln.

DON’Ts:

  • enge Hosen oder Röcke, bei denen sich die Wäsche abzeichnet
  • Dekollete bei dem der Brustansatz sichtbar wird
  • durchscheinende oder glänzende Stoffe in der Oberbekleidung
  • vorne offene oder weiße Schuhe, diese bleiben allein dem medizin. Personal vorbehalten
  • ärmellose Oberteile, es sei denn, frau trägt ein Jackett darüber
  • etc.

Bild der Frau - Mode macht Politik

Spätestens seit Frau Dr. Merkel ins Rampenlicht getreten ist, wird klar, wie Menschen, insbesondere Frauen, in Führungspositionen wahrgenommen werden. Kleider machen eben doch Leute. Das hat Frau Dr. Merkel schmerzlich erfahren müssen und ihre Lehre daraus gezogen; im Gegensatz zu manch männlichem Politiker. In Anbetracht Ihres beruflichen Werdegangs war dies für Frau Dr. Merkel bestimmt kein leichter Weg. Während des Studiums, bis hin zur promovierten Physikerin, definierte sich Ihr beruflicher Anspruch als Naturwissenschaftlerin sicher mehr über Methodik und wissenschaftliche Prozesse als über Frisur und Jackenfarbe.

Kurz nach ihrer Wahl zur Bundeskanzlerin wurde Frau Dr. Merkel in einem Bericht des Stern als „die kühle Taktikerin“ bezeichnet, „die von nun an auch ihre menschliche Seite zeigen muss“. Vielleicht sind ihre farbigen Jacketts ja ein Versuch, auch über non-verbale Signale, ihre Persönlichkeit in das politische Grau-in-Grau zu bringen. Ich habe schon den Eindruck, dass die Farben bewusst ausgewählt werden, denn sie trägt, soweit ich das über die Medien beurteilen kann, stets Farben des Frühlingstyps.

Zu allen hoch-offiziellen Anlässen, z. B. den Besuch des Papstes, trägt sie das passende schwarze Kostüm. Dieses Outfit ist übrigens mein persönlicher Favorit.
Sie wirkt im Kostüm, mit ihren schlanken Fesseln wesentlich „leichtfüßiger“ als in den weitgeschnittenen Hosenbeinen ihrer Anzüge.

(Interview mit „Bild der Frau“ zum Thema Business-Outfit und „Mode macht Politik.“
Textpassagen daraus sind in der Ausgabe 05/08 vom 28.01.2008 veröffentlicht.)
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